"Heile Welten" in der "taz"

In der Wochenendbeilage der heutigen "taz" ist (stark gekürzt und leicht aktualisiert) ein Vorabdruck des Kapitels "Neonazis zum Anklicken" aus unserem Buch:

sonntaz vom 22.01.2010

Es geht darin um Katzowpaule alias Bananensaft und andere rechtsextreme Nutzer in sozialen Netzwerken. Zu Katzowpaule gibt es hier demnächst vermutlich noch mehr zu erzählen. Aber weil es in unserem Text eher nebenbei auch um die Internet-Kontrolleure von jugendschutz.net geht und jugendschutz.net mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung die Broschüre "Klickt's? Geh Nazis nicht ins Netz!" herausgebracht hat, "um 12- bis 15-Jährige über rechtsextreme Internet-Propaganda aufzuklären", nutzen wir die Gelegenheit und dokumentieren hier in Wort und Bild schnell mal unsere Lieblingsstelle aus der Broschüre.

Der 14-jährige "Karim" nämlich ("Findet cool: chatten, Rapper, Pizza. Ist genervt von: Ausländerwitzen, Popmusik, CousCous.") war zusammen mit einem Freund im Internet, um "mit Girls" zu chatten, wurde aber stattdessen von einem mutmaßlich rechtsextremen Nutzer namens "Arier18" "voll angemacht". Die beiden Jungs daraufhin sind "total geschockt" (siehe links) — und reden mit Karims Mutter darüber.

Anschließend heißt es in der "Klickt's"-Broschüre:

"Danach hat meine Mutter bei unserer Nachbarin Frau Schulz geklingelt. Die ist bei der Polizei und hat ziemlich viel Ahnung, was man alles darf und was verboten ist. Der haben wir die ganze Geschichte erzählt und dass wir jetzt gar nicht wissen, was wir machen sollen. Sie ist dann mit uns rüber gegangen und wir haben ihr den Chat gezeigt, in dem das passiert ist. Dann haben wir gemerkt, dass sie auch total viel weiß über die Neonazis und sie hat uns erklärt, warum die das machen und wie das mit den Gesetzen ist (…)."

Im Buch schreiben wir: Womöglich ist das zielgruppengerecht. Aber sicher sind wir uns immer noch nicht.

Mehr zum Thema Facebook & Co, In eigener Sache.

Eine Antwort

  1. Kainew

    "Im Buch schreiben wir: Womöglich ist das zielgruppengerecht. Aber sicher sind wir uns immer noch nicht."

    Wenn die Zielgruppe 8-10jährige sind die bewundernd zu 14jährigen aufschauen passt es doch wieder…