So grundgesetztreu wie wahrheitsliebend

Was haben der ehemalige CDU-Politiker Jörg Uckermann und der ehemalige NPD-Mann André Hüsgen gemeinsam? Beide saßen für ihre Ex-Parteien in Lokalparlamenten, traten aus, aber blieben weiter in ihren Stadträten sitzen — und traten wenig später der islamfeindlichen pro-Bewegung bei, die vom Verfassungsschutz des Rechtsextremismus verdächtigt wird.

Mit dem ehemaligen NPD-Mann Andreas Molau jedenfalls hat pro NRW-Neuzugang Hüsgen noch etwas anderes gemein. Seit Molau nämlich im Mai 2010 zu pro NRW gewechselt ist, blendet die "Bürgerbewegung" Molaus NPD-Vergangenheit in parteieigenen Veröffentlichungen hübsch aus. Molau ist dort stattdessen nur "der bekannte Publizist" oder "der patriotische Publizist und ehemalige Waldorf-Lehrer". Und Hüsgen? Knapp drei Monate nach seinem NPD-Austritt* heißt es in einer pro-Pressemitteilung* über Hüsgens Politkarriere:

Der parteilose Ennepetaler Stadtrat Andre Hüsgen ist gestern in die Bürgerbewegung pro NRW eingetreten. Der 38jährige Buchhalter kann auf eine langjährige kommunalpolitische Erfahrung bei der rechtsdemokratischen Partei der Republikaner zurückblicken, für die er von 1997 bis zum Jahr 2009 aktiv war. Hüsgen war in dieser Zeit u.a. Kreisvorsitzender im Ennepe-Ruhr-Kreis und von 2004 bis 2009 im benachbarten Wuppertal-Oberbarmen Bezirksvertreter mit einem beachtlichen Wahlergebnis von 4,3 % der Wählerstimmen.
(Link von uns!)

Ach ja, sich selbst bezeichnet pro NRW übrigens in derselben Mitteilung als "grundgesetztreu", "heimatverbunden, sozial und insbesondere den Interessen der einheimischen Bevölkerung verpflichtet" sowie "entschieden im Kampf gegen jeglichen politischen Extremismus".

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